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Burnout kann jeden treffen

In den letzten Jahren hat sich das Krankheitsbild "Burnout" exponentiell ansteigend verbreitet. Während früher nur Berufe mit einem hektischen Alltag betroffen waren, sind heute mehr Berufsfelder von Burnout betroffen. Privat- und Berufsleben werden immer hektischer und die beruflichen Herausforderungen nehmen, ungeachtet des persönlichen Leistungsvermögens der Arbeitnehmer, stetig zu. Oft betrifft Burnout leistungsorientierte Menschen, die gerne alles alleine erreichen möchten und oft ihre Überforderung zu spät bemerken oder sie ungern zugeben wollen.

Burnout – ein schleichender Prozess

Burnout ist anfangs unscheinbar und ein schleichender Prozess. Bildlich ausgedrückt, bewegt man sich auf dünnem Eis, das durch den steigenden Druck plötzlich einbricht. Der fehlende Rückhalt oder Streit in der Familie, die unsichere Arbeitssituation aufgrund der Wirtschaftskrise, sind zwei bekannte Beispiele aus der Praxis, die häufig für erhöhten Stress sorgen. Für den Zusammenbruch braucht es dann oft nur noch wenig.

Früherkennung und Prävention sind deshalb zwei sehr wichtige Massnahmen, um ein Burnout zu verhindern.

Prävention

Grundsätzlich ist wichtig, dass man seinen Körper und dessen Signale sehr ernst nimmt. Jeder Mensch hat ein ganz bestimmtes Leistungsvermögen, das je nach persönlicher Situation und Gesundheitszustand mal stärker und mal schwächer ist. Die Grenzen variieren je nach Situation. Hier gilt es eine gute Selbstreflexion zu üben. Realistische Zielsetzungen im Beruf und auch privat sind wichtig und richtig. Wie lange es dauert, bis diese Zielsetzungen erfüllt sind, hängt aber vom persönlichen Leistungsvermögen ab.

Warnsignale für ein Burnout

• Schnelle Ermüdung und Erschöpfung

• Gereiztheit und Ungeduld Kollegen gegenüber

• Gefühl nutzlos zu sein verbunden mit Angst zu versagen

• Enorme Zweifel an der Arbeit

• Energiereserven sind aufgebraucht

• Emotionale Leere, Lustlosigkeit, mangelndes Interesse und Motivationsmangel

• Höhe und Tiefen im beruflichen Alltag werden nicht mehr differenziert wahrgenommen.

Behandlung, Therapie

Jeder Mensch ist individuell und auch jede Situation in der er oder sie drin steht. Eine Therapie muss darum auch individuell definiert werden. Es gibt verschiedene Faktoren, die für die Behandlung wichtig sind. Zum Beispiel spielt der Schweregrad des Burnouts eine wichtige Rolle. Manchmal ist es erforderlich, Betroffene aus dem Arbeitsprozess herauszunehmen, um damit eine Entlastung und Distanzierung zur Ursache zu ermöglichen. Je nach Stärke des Burnouts sind Schlaf anstossende, distanzierende oder antidepressive Medikamente notwendig (Quelle: Klinik SGM, Langenthal). Im Heilungsprozess ganz wichtig, erkennen wie es zum Burnout gekommen ist.

Burnout Prävention nützt allen und ist kostengünstiger

Weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber profitieren von Mitarbeitern, die sich verausgaben. Diese Rechnung mag zwar kurzfristig aufgehen, im Falle eines Burnouts aber nicht. Die Folgen: Mitarbeiter fallen länger Zeit aus und die Arbeit muss durch andere getragen werden, die dann ebenfalls überlastet werden. Es gilt also realistische Ziele zu setzen - Ziele, die individuell auf das Leistungsvermögen des Menschen ausgerichtet sind. Diese Methode steigert letztendlich die Motivation und damit auch das Leistungsvermögen – ohne Gefahr auf ein Burnout.

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Brennt die Leistungs-gesellschaft aus?

Eine Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) beziffert die durch Stress verursachten Kosten in der Schweiz auf 4,2 Milliarden Franken pro Jahr. Wie häufig Burnout vorkommt, wurde in der Schweiz bisher nicht untersucht. Unter Führungsverantwortlichen soll die emotionale Erschöpfungsrate bis zu 30 Prozent betragen.

Und dieses Phänomen nimmt noch zu: Eine Studie von PricewaterhouseCoopers kommt zum Schluss, dass im Jahr 2016 mehr als die Hälfte der betrieblichen Fehlzeiten durch Burnout verursacht sein werden.